Jusos fordern „Kampf gegen Burschenschaften“

2009 Juni 10

DEU Jusos Bundeskongress

Ein weiterer Antrag auf dem Bundeskongress der Jugendorganisation der SPD, der Jungsozialisten (Jusos), gibt dem NS-Komplex der Partei eine Form. Nachdem sie auf ihrem Kongress den Bund  der Vertriebenen (BdV) als „NS-Hilfsorganisation“ bezeichnet hatten, forderten die Jungsozialisten zum Kampf gegen studentische Verbindungen auf, da der Dachverband der Deutschen Burschenschaften „von der rechtsextremen Burschenschaftlichen Gemeinschaft dominiert“ und diese „Vorfeldorganisationen der rechtsextremen Szene“ seien. Zudem verfügen diese Verbindungen laut Jusos über ein „eindeutig biologistisch, völkisch, großdeutsch und patriarchalisch“ ausgerichtetes Weltbild. „Deshalb bekämpfen wir Jusos burschenschaftliches Gedankengut und Organisationen an den Hochschulen.“

Ein weiterer Schritt im wahnwitzigen Kampf gegen „Rechts“, der nicht etwa einen Kampf gegen Nationalsozialismus darstellt, sondern schlicht und einfach die kulturelle Hegemonie einer der Arroganz der Macht verfallenen politischen Linken zementieren soll. Dabei verstoßen diese Anträge der SPD-Jugendorganisation gegen geltendes Recht in Deutschland und zeugt eindrucksvoll von einem eher zweifelhaften Demokratieverständnis, dass den demokratischen Grundkonsens bereits meilenweit verlassen hat. Dabei handelt es sich bei Burschenschaften mit Sicherheit nicht um biologistische, völkische und rechtsextreme Verbindungen. Auf  http://www.jusos.de/themen/antifa/burschenschaften wo man diese Forderung nachsehen kann finden sich keinerlei Belege für diese Behauptung. Vielmehr entsteht hier der Eindruck, als handele es sich vielmehr um ideologisch bedingte Aggression gegen Andersdenkende. So sollte man sich nämlich vor Augen führen, dass die Burschenschaften in ganz anderer Tradition stehen. Im Jahre 1848 waren es studentische Verbindungen aus der nationalliberalen Richtung, die sich mit dem bürgerlich-demokratischen Spektrum zusammentaten, gegen die totalitären Gesellschaftsformen erhoben und eine Freiheitlich-Demokratische Grundordnung forderten. Ihre Farben waren Schwarz-Rot-Gold und die Gründer der Bundesrepublik wählten nicht durch Zufall diese Farben anstatt Schwarz-Weiß-Rot. Sie stellten die BRD bewusst in die Tradition der demokratischen Märzrevolutionäre. Doch verwundern einen die undemokratischen Machenschaften der Jusos nicht, wenn man sich die Anträge des Bundeskongresses ansieht. So forderten sie die Abschaffung der Nationen. „„‘unverkrampfter’ Umgang mit deutscher Symbolik“ verbiete sich von selbst.

Wie weit muss eine Volkspartei gesunken sein, wenn man die Äußerungen der Jugendorganisation, die eindeutig demokratiefeindlich sind, widerspruchslos hinnimmt. Warum demonstrieren die Jungsozialisten nicht gegen versuchte Mordanschläge auf Polizisten während des 1.Mai? Warum gibt es keinen Antrag zum Kampf gegen Linksextremismus? Weswegen finden wir keine Anträge bezüglich des fundamentalistischen Weltbildes in Deutschland lebender Muslime, die ihre Frauen und Kinder wie Menschen zweiter Klasse behandeln? Die Jusos entlarven sich selbst. Längst handelt es sich nicht mehr um eine demokratische Jugendorganisation, sondern um einen Sammelpunkt von Linksextremisten die sehr bewusst mit den Gewalttätern von Heiligendamm etc. sympathisieren. Nichts anderes als scheindemokratische Pharisäer oder wie Ödön von Horváth einmal sagte „Divisionen von Charakterlosen unter dem Befehl von Idioten“.

Hartung

  1. 2009 Juni 10

    „Kampf gegen Burschenschaften“? Am besten mitfinanziert durch die AStAs der Universitäten, so wie bisher? Oder durch die Antifa-SA?

    Einen Schlag ins Gesicht eines jeden Vertriebenen stellt aber das hier dar:

    „Nachdem sie auf ihrem Kongress den Bund der Vertriebenen (BdV) als “NS-Hilfsorganisation” bezeichnet hatten“

    Da zeigt sich das wahre Gesicht der Jusos und ihrer ganzen „Deutschland-verrecke“-Gefolgschaft!

  2. 2009 Juli 17
    andibauer Permalink

    Völkisch und biologistisch sind Burschenschaften, weil sie einen Deutschen neben seiner „Kultur“ und „verwandtem Brauchtum“ an seiner „Abstammung“ erkennen. Gepaart mit einer neurechten Ideologie der „homogenen Volksgemeinschaften“ ist das nichts anderes als ein „Ausländer raus“ und der Ausschluss aller, die nicht „reinen deutschen Blutes“ sind. Dies alles lässt sich ohne weiteres im „Handbuch der Deutschen Burschenschaft“ nachlesen oder auch in meinem letzten Blogeintrag, der dich in diesem Zusammenhang vielleicht interessieren könnte.

    Dass die Jugendorganisation einer demokratischen Partei derlei Gedankengut bekämpfen will, halte ich nicht für falsch. Du bezeichnest die Jusos zwar in deinem Artikel mehrfach als „undemokratisch“, bleibst den Nachweis dafür aber schuldig. Auch wenn ich die Befürchtung teile, dass sich die Jusos zumindest nicht deutlich genug von extremistischen Tendenzen im eigenen Lager abgrenzen, so heiße ich den Vorstoß gegen Burschenschaften in jedem Falle gut.

    Im Übrigen: Burschenschaften sind nicht nur, im Gegensatz zu diesem Blog (nach eigener Aussage), deutlich europafeindlich eingestellt, wie in den Burschenschaftlichen Blättern immer wieder eindrucksvoll bewiesen wird. Wer traditionalistisch mit ihrer Bedeutung für die deutsche Einigung argumentiert, sollte auch über die lange Geschichte des Antisemitismus in Burschenschaften Bescheid wissen. Der war nämlich vorherrschend, lange bevor sie durch die Nazis dazu gezwungen wurden.

    Wer also, der pro-europäisch und pro-israelisch ist, sollte jemanden mit einer völkischen und antieuropäischen Ideologie und einer so von Antisemitismus durchzogenenen Geschichte verteidigen? Oder stand hier vielleicht die Kritik an den Jusos im Vordergrund?

    • 2009 Juli 18
      Hartung Permalink

      Das was du sagst ist schlicht und einfach nicht wahr! Dass es Burschenschaften gibt, die diese alten biologistischen Ansichten haben, das ist mir schon klar. Es ist aber falsch deshalb alle über einen Kamm zu scheren. Ich kenne sehr wohl Verbindungen, die Menschen mit Migrationshintergrund aufnehmen und was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass es die überwältigende Mehrheit der Burschenschaften ist, die freiheitlich-demokratisch denkt und eben nicht extremistisch. Ich wäre der letze, der etwas dagegen hat biologistisches Gedankengut zu bekämpfen. Nur was mich eben stutzig macht ist die Tatsache, dass die Jusos einerseits -völlig zu Recht- Pauschalisierungen wie „DIE Ausländer“, „DIE Linken“, „DIE Moslems“,… ablehnen aber auf der anderen Seite gegen alles was nicht Links ist mit der Naziknute kommen, mit den Nazis in einen Topf schmeißen um es dann unter dem Deckmantel „Gegen Nazis“ zu bekämpfen. Und da fängt es schon mit dem Undemokratischen an. Internationalistische Demokraten müssen als Demokraten Menschen mit nationaler Gesinnung auch tolerieren können.
      Auch wenn Antisemitismus weit verbreitet war früher in den Burschenschaften, entscheidend ist doch, ist er es heute auch noch? Glaube ich kaum. Und ganz ehrlich, die Tradition ist eine Andere. Denn im Jahre 1848 waren sehr viele Burschenschafter und Patrioten Juden. Einer der bedeutensten Patrioten Deutschlands war Heinrich Heine. Und? Er war auch Jude. Soviel zum Antisemitismus.

      Und zu deinen letzten Fragen, die mit der Verteidigung einer antisemitischen Ideologie, dazu muss ich hoffentlich nicht stellung nehmen. Und mir ist es generell egal, welche Gruppierung ich gerade kritisiere, ich kritisiere wegen Inhalten und nicht wegen dem Etikett. Aber erkläre mir doch einmal mit was du es belegst, dass sich die Jusos von Extremisten abgrenzen. Soweit ich weiß arbeiten sie oft mit VVN-BdA, SDAJ, solid und auch der Linkspartei zusammen, die immerhin als in Teilen extremistisch eingestuft wird! Siehe auch Drohsels Engagement in der Roten Hilfe…

      Gruß

      Hartung

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