Heute ist es wieder soweit. Wir feiern Christi Geburt, unser Weihnachtsfest. Gerade wir freiheitlich-patriotischen und jungdeutsch gesinnten Jugendlichen halten an dieser Tradition fest. Für uns soll es auch in der Zukunft kein kommerzialisiertes und dem neoliberalen Ungeist angepasstes Ritual sein, sondern stets das Fest der Liebe zusammen mit der Familie bleiben!
In diesem Sinne eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit
Euer Peter
Am Weihnachtstag
Still ist die Nacht; in seinem Zelt geboren,
der Schriftgelehrte späht mit finstren Sorgen,
wann Judas mächtiger Tyrann erscheint;
den Vorhang lüftet er, nachstarrend lange
dem Stern, der gleitet über Äthers Wange,
wie Freudenzähre, die der Himmel weint.
Und fern vom Zelte über einem Stalle,
da ist’s, als ob aufs nied’re Dach er falle;
in tausend Radien sein Licht er gießt.
Ein Meteor, so dachte der Gelehrte,
als langsam er zu seinen Büchern kehrte.
O weißt du, wen das nied’re Dach umschließt?
In einer Krippe ruht ein neugeboren
und schlummernd Kindlein; wie im Traum verloren
die Mutter knieet, schlichter Mann rückt tief erschüttert
das Lager ihnen; seine Rechte zittert
dem Schleier nahe um den Mantel noch.
Und an der Türe steh’n geringe Leute,
mühsel’ge Hirten, doch die ersten heute,
und in den Lüften klingt es süß und lind,
verlor’ne Töne von der Engel Liede:
„Dem Höchsten Ehr’ und allen Menschen Friede,
die eines guten Willens sind.“
Annette von Droste-Hülshoff 1797 – 1848

